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Frühling

Wenn sich Schnee und Kälte langsam zurückziehen und die Vögel wiederkehren, um uns mit ihrem Gezwitscher zu erfreuen, und wenn sich hier und da bunte Farbkleckse durch das triste Graubraun der Wiesen kämpfen und Frühlingsblumen stolz ihre Köpfe erheben, dann ist der Frühling da. Und mit dem frischen Grün und den vielen Blüten kommen abends auch neue Sternbilder zum Vorschein, andere als die, die uns den Winter hindurch begleitet hatten.

Löwe, Jungfrau und Bootes erscheinen als typische Vertreter des Frühlingssternenhimmels und bilden mit ihren hellen Sternen Regulus, Spica und Arktur das bekannte Frühlingsdreieck.

Frühlingsdreieck

Wie kann ich die Frühlingssternbilder finden?

Du musst gar nicht alle Sternbilder kennen, um dich am Himmel zurechtzufinden. Es genügt, sich einige ganz markante einzuprägen. Dann findest du mit ein paar kleinen Tricks auch die weniger auffälligen Sternkonstellationen.

Unser Ausgangspunkt im Frühling ist der Große Wagen. Er ist zwar nicht wirklich ein Sternbild (er gehört zu dem größeren Sternbild Großer Bär), dafür ist er aber am bekanntesten. Seine sieben etwa gleich hellen Sterne, die einen Handwagen mit Deichsel formen, hat bestimmt jeder schon einmal gesehen. Im Frühling steht er hoch über unseren Köpfen, nahezu im Zenit, dem höchsten Punkt am Himmel.

Bootes

Bootes und WagenDie Deichsel des Großen Wagen weist uns den Weg zu Arktur, dem Hauptstern des Sternbildes Bootes, das auch Bärenhüter genannt wird.

Da der Große Wagen Teil des Sternbildes Großer Bär ist, haben wir mit Bootes also gleich den passenden Bärenhüter dazu. Arktur findet man ganz einfach, wenn man den Bogen der Deichsel noch ein Stück verlängert.

Das dazugehörige Sternbild Bärenhüter hat die Form eines Drachen, den Kinder an einer Schnur aufsteigen lassen. So leicht ist schon die erste Ecke des Frühlingsdreiecks am Himmel ausgemacht.


Jungfrau

Jungfrau und Arktur Verlängert man den Bogen, der von der Deichsel des Wagens ausgeht, über Arktur hinaus, kommt man zum Sternbild Jungfrau. Das ist ein ausgedehntes Sternbild mit vielen schwachen Sternen.

Der Hauptstern dagegen ist sehr hell und heißt Spica. Spica stellt eine weitere Ecke des Frühlingsdreiecks.

Spica symbolisiert in der Jungfrau die Ähre, die die Dame in der Hand hält, als Zeichen des Frühlings und der Fruchtbarkeit. Die Jungfrau liegt auf der Ekliptik und zählt somit zu den 12 Sternzeichen.


Löwe

LöweEin markanter Punkt des Frühlingsdreiecks fehlt noch, doch er ist gut am Himmel auffindbar. Es ist Regulus, der Hauptstern im Sternbild Löwe. Der Löwe besteht aus hellen Sternen und hat eine einprägsame Form, die tatsächlich an einen Löwen mit Kopf erinnert. Manche allerdings glauben da auch eine Maus zu erkennen oder - etwas ganz anderes, nämlich ein Bügeleisen!

Der Löwe liegt unterhalb des Großen Wagens und gleichzeitig auf der Ekliptik. Er gehört zu den Sternzeichen und bekommt jeden Monat Besuch vom Mond. Auch die Planeten ziehen von Zeit zu Zeit durch den Löwen, nahe an Regulus vorbei, sodass er manchmal mehr Leuchtpunkte aufweisen kann als hier in der Abbildung.


Nördliche Krone

Krone und BootesVerlängert man die Deichsel des Großen Wagens und durchquert das Sternbild Bootes, so kommt man zu einem wunderschönen Sternenhalbkreis, der Nördlichen Krone. Dieses Sternbild sieht aus wie ein Schmuckstück, wie eine Kette aus Diamanten. Ein Stern davon funkelt besonders intensiv: Gemma, der Hauptstern der Nördlichen Krone.

Wenn es eine nördliche Krone gibt, liegt die Vermutung nahe, dass es da noch eine südliche Krone geben muss. Das ist richtig. Die Südliche Krone befindet sich allerdings am südlichen Sternenhimmel und ist von Europa aus nicht beobachtbar.


Herkules

Herkules und KroneEin beliebtes Sternbild des Frühlings fehlt nun noch: Herkules, der berühmte griechische Held. Er befindet sich direkt neben der Nördlichen Krone. Seine vier hellen Sterne bilden ein Trapez, von dessen Ecken so etwas wie Arme und Beine abgehen.

Im Herkules gibt es einen berühmten Kugelsternhaufen, den M 13. In einem Fernglas kannst du sehen, dass er aus ganz vielen Sternen zusammengesetzt ist, die sich kugelförmig versammeln. Kugelsternhaufen sind meist kleine Begleitgalaxien der Milchstraße und bestehen überwiegend aus alten Sternen.


Der Winter muss abtreten

Nun hast du schon viele Sternbilder kennengelernt. Sie alle erscheinen in den Frühlingsmonaten am Abendhimmel. Du findest sie zunächst Richtung Osten, da gehen sie auf und steigen rasch höher. Im Laufe des Abends und der Nacht bewegen sie sich immer weiter über den Himmel. Nach ihnen steigen neue Sternbilder auf, die schon zum Sommer gehören.

Richtung Westen kannst du im Frühling noch etliche Wintersternbilder erkennen. Sie werden bald unter den Horizont sinken und die Bühne dem Frühling überlassen.

Am besten behältst du den Überblick, wenn du dir eine drehbare Sternkarte kaufst. Mit ihrer Hilfe kannst du die Drehung des Sternenhimmels nachstellen und sehen, welche Sternbilder wann aufgehen, wann sie ihren Höchststand im Süden haben und wann sie wieder untergehen. Diese Karte wirst du ein Leben lang benutzen können, denn sie ist immer aktuell.

Bitte beachte bei der Grafik: es sind nicht alle Sternbilder eingetragen, die in diesem Bereich des Himmels zu sehen sind. Die kleineren und unbekannteren wurden weggelassen, damit es übersichtlich bleibt. Ebenso sind nicht alle Sterne eingetragen, die mit bloßem Auge zu erkennen sind, sondern nur die Sterne der Sternbilder, die auf dieser Seite vorgestellt wurden. Für einen detaillierteren Anblick besorge dir bitte eine Sternkarte oder schau in astronomischen Jahrbüchern nach.

Die Grafiken dieser Seite wurden mit Hilfe der Planetariumssoftware Stellarium erstellt. Dieses Planetarium für den heimischen PC kann kostenlos heruntergeladen und verwendet werden.

Tags: Sternbild, Jahreszeit, Beobachtung, Himmel

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