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50 Jahre Mondlandung -
Sonderausstellung im Astronomiemuseum

50 Jahre Mondlandung - Sonderausstellung Astronomiemuseum

Als Ende 1968 drei Astronauten mit Apollo 8 starteten, sollten sie die ersten Menschen werden, die den Einflussbereich der Erde verlassen und somit die bisherige Grenze der bemannten Raumfahrt hinter sich lassen würden.

Nur ein halbes Jahr später, am 21. Juli 1969, setzte dann Neil Armstrong als erster Mensch seinen Fuß auf den Mond und erfüllte damit einen großen Traum der Menschheitsgeschichte.

Der Weg dorthin war alles andere als einfach, doch technischer Erfindergeist, schier unbegrenzte Ressourcen und politischer Kampfgeist im Wettlauf mit den Russen haben das Unglaubliche möglich gemacht.

Das Astronomiemuseum in Sonneberg zeigt von Juli bis Dezember 2019 in einer Sonderausstellung, welche Anstrengungen nötig waren, um zum Mond zu gelangen, und beleuchtet das Ereignis aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Unternimm eine Zeitreise in das Wohnzimmer der 60er Jahre und erlebe hautnah, welche Begeisterung die bevorstehende Mondlandung damals auslöste!

Die Ausstellung beschäftigt sich nicht nur mit den technischen Herausforderungen einer Mondreise, wertet den Medien-Hype um Apollo 11 aus und zeigt, was aus dieser Ära auf dem Mond zurückgeblieben ist, sondern bringt uns unserem vertrauten kosmischen Nachbarn auch greifbar näher.

Zusammen mit meinen Kollegen habe ich diese Ausstellung ein halbes Jahr lang geplant, ausgearbeitet und schließlich Realität werden lassen. Wir haben uns viele Gedanken gemacht, wie wir das Lebensgefühl der 60er Jahre erlebbar machen, als die Menschheit fieberhaft ihren Blick zum Mond richtete und kurz davor war, den Weltraum zu erobern.

Familienfoto auf dem Mond

Mein persönliches Highlight sind die Hinterlassenschaften auf dem Mond. Ich habe eine lange Liste von Dingen zusammengetragen, die auf dem Mond zurückgeblieben sind:
Raketenstufen, Raumsonden, Mondlandefähren, Messgeräte und Werkzeuge, aber auch persönliche Dinge der Astronauten wie Fotos, Schuhe, Gedenkplaketten und zwei Golfbälle.
Einige dieser Gegenstände zeigen wir in einer Vitrine, deren Boden der Mondoberfläche nachempfunden ist.

Außerdem haben wir in mühevoller Handarbeit an etlichen Wochenenden diverse Bausätze von LEGO, Revell und Metal Earth zusammengebaut, die recht detaillierte Modelle der Saturn V Rakete, der Mondlandefähre, des Mondautos und des Kommandomoduls herausgebracht haben.

Wer Interesse an der Raumfahrt hat, sollte also unbedingt mal vorbeischauen!
Zur Webseite des Astronomiemuseum

Einen schönen Sommer und viel Spaß wünscht Euch
Eure Denise

Sonderausstellung Sonneberg Astronomiemuseum

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Moonfire - Die legendäre Reise der Apollo 11

Moonfire - Die legendäre Reise der Apollo 11

Norman Mailers epischer Bildband zum 50. Jahrestag der ersten Mondlandung

TASCHEN
Norman Mailer. MoonFire. Ausgabe zum 50. Jahrestag
Colum McCann
Hardcover mit Ausklappseiten, 348 Seiten
40 Euro

Gerade im Taschen-Verlag in deutscher Sprache und als Neuauflage erschienen ist das großformatige Buch "Moonfire" von Norman Mailer, das sich ausführlich mit der Mondmission Apollo 11 beschäftigt.

Ich möchte den Bildband hier vorstellen, da wir in diesem Jahr das Jubiläum "50 Jahre Mondlandung" feiern können und dieses Buch mir einen hervorragenden Zugang zu dem Ereignis bietet, das kurz vor meiner eigenen Geburt stattgefunden hat.

Aktuell bereite ich zu genau diesem Thema für das Astronomiemuseum in Sonneberg eine Sonderausstellung vor. Sie startet Anfang Juli, und ich werde hier noch gesondert darüber berichten.

Am 20. Juli 1969 wurde ein großer Menschheitstraum Realität: der erste Mensch betrat den Mond. Dieser Moment gilt als der wichtigste historische Augenblick des 20. Jahrhunderts. Dieser technischen Meisterleistung gingen viele Jahre harter Arbeit voraus. An der Planung, Vorbereitung und Umsetzung der Apollo-Missionen waren ca. 400.000 Ingenieure und Wissenschaftler beteiligt. Dementsprechend beschäftigt sich das Buch auch im ersten Drittel ausführlich mit den Vorbereitungen.

Norman Mailer

Norman Mailer, ein bekannter amerikanischer Autor und zweifacher Pulitzerpreisträger, bekam 1969 von der Zeitschrift "LIFE" den Auftrag, eine dreiteilige Essayserie über die erste Mondlandung zu schreiben.

Diese Beiträge erschienen zwischen 1969 und 1970 im LIFE-Magazin und 1970 unter dem Titel "Of a Fire on the Moon" auch als Buch. Mailer erlebte die Vorbereitungen für die Mission hautnah am Space Center in Houston mit und beobachtete auch den Start der Saturn V vom Kennedy Space Center in Florida.

Durch den Autor kommen die Leser ganz nahe an die agierenden Personen heran, erleben sie in sehr persönlichen Momenten. Es ist, als wäre man selbst in eine Zeitmaschine gestiegen und könne direkt vor Ort all die Aufregung, die Wünsche und Sorgen spüren, die die Menschen damals mit dieser für sie völlig neuen Herausforderung verbanden, zu einem Zeitpunkt, als noch niemand wusste, was die Astronauten wirklich auf dem Mond erwartet und ob sie je wieder zurückkehren würden.

Die Astronoauten von Apollo 11

Das Buch ist ausgeschmückt mit Hunderten von Fotografien aus den Beständen der NASA, aus Zeitschriftenarchiven und Privatsammlungen. Die Fotos kommen auf den 28x33cm großen Buchseiten sehr gut zur Geltung. Oft erstreckt sich eine Abbildung auch über eine Doppelseite.

Einige Motive sind sogar auf ausklappbaren Seiten aufgedruckt. Die großen Fotos wirken sehr lebendig, und auch kleinere Details kommen gut zur Geltung. Man kann sich als Betrachter kaum von dem Anblick lösen, denn man entdeckt immer wieder etwas Neues, Interessantes.

Überhaupt ist die Mischung aus Texten und Bildern sehr gelungen. Das Auge bleibt natürlich erstmal am großformatigen Foto hängen. Will man dann mehr über das Foto erfahren, finden sich ausführliche Erklärungen in den Bildbegleittexten und auch im Haupttext.

"Moonfire" ist eine Neuauflage von 2009, als man das 40jährige Jubiläum der ersten Mondlandung beging. Dieses einzigartige, spannende Dokument der Zeitgeschichte ist für alle, die sich für Raumfahrt und überhaupt die Menschheitsgeschichte interessieren, sehr zu empfehlen.

Zur Buchvorstellung im Taschen-Verlag

Mit sonnigen Grüßen
Denise

Ce Mailer Moon 06
Ce Mailer Moon 03
Ce Mailer Moon 13
Ce Mailer Moon 09
Ce Mailer Moon 12
Ce Mailer Moon 10
Ce Mailer Moon 11

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Mondbeobachtung - Hesiodusstrahl

Für Samstag, den 13. April 2019 war etwas Besonderes angekündigt:
Ein Sonnenstrahl sollte durch die Kraterwand des Pitatus dringen, den gesamten benachbarten Krater Hesiodus durchqueren und an dessen Kraterwand enden.

Hesiodusstrahl und Rupes Recta

Der Tag war sonnig, der Himmel war frei, es konnte nichts mehr schief gehen.
Der zunehmende Mond war eine auffällige Erscheinung am Himmel. Seine Geheimnisse zeigte er aber erst im Teleskop: tatsächlich wurde gegen 21:35 Uhr der noch im Schatten liegende Hesiodus-Krater von einem Lichtstreifen halbiert. An seinem östlichen Kraterrand zeichnete sich deutlich ein großer sonniger Fleck ab.

Aber es gab noch mehr zu sehen! Nur etwas oberhalb des Pitatus-Kraters war eine lange dunkle und gerade Linie zu sehen. Sie wird auch Lange Wand oder Rupes Recta genannt. Wir blicken hier auf eine Geländestufe - etwas mehr als 100 km lang, 2-3 km breit und 250 Meter hoch. Diese Stufe ist die meiste Zeit über unsichtbar. Nur wenn das Licht günstig streifend von der Seite darauf fällt, wird sie als dunkle Linie sichtbar. Das Phänomen kann man sogar schon mit einem Fernglas beobachten. Die beste Zeit dafür ist ein bis zwei Tage nach dem ersten Viertel (zunehmender Halbmond) oder kurz vor dem letzten Viertel (abnehmender Halbmond).

Übrigens, die nächste Chance, das zu beobachten, ergibt sich am 11. Juni 2019. Viel Glück!

Mond am 13.04.2019

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