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Neues von den Astro-Comics

Astrocomics - Gravitationswellen

Astro-Comic Gravitationswellen

Bildquelle: www.astro-comics.de

Gravitationswellen schwappen gerade durch alle Medien. Die Bestätigung von Einsteins Vorhersage gilt als Sensation. Doch was sind eigentlich Gravitationswellen? Kann man das ohne abgeschlossenes Physik-Studium überhaupt verstehen? Aber ja!

Soviel sei vorweg verraten: Anders als im Astro-Comic behauptet, haben Gravitationswellen mit Surfsport wenig bis gar nichts zu tun. Vielmehr mit Schwerkraft! Das Prinzip der Schwerkraft ist uns allen vertraut. Wir erleben es jeden Tag: Wir kleben auf dem Boden unseres schönen Planeten, weil schwere Körper leichtere Körper anziehen. Die schwerere Masse der Sonne zieht die der Erde an, die Masse der Erde zieht uns an und so weiter und so fort.

Je schwerer die Masse, desto stärker die Kraft: Schwerkraft!

Eigentlich ist es logisch, dass die Schwerkraft ihr Werk nicht heimlich verrichtet. Sie erzeugt Wellen. Jeder Versuch, sich diese Wellen vorzustellen, ist zum Scheitern verurteilt, da unser Verstand dafür einfach nicht gemacht ist. Mit anderen Worten: Wir Menschen sind dafür zu doof.

Das muss uns allerdings nicht deprimieren, denn wir können es uns anhand eines Vergleiches erklären: Stellen wir uns vor, dass die gesamte Welt und das gesamte Universum sich auf einem riesigen Trampolin befindet. Dieses Trampolin besteht aus Raum und Zeit, die wie siamesische Zwillinge untrennbar miteinander verbunden sind. Die Schwerkraft eines jeden Objektes erzeugt eine Delle in diesem Trampolin.

Aber keine Sorge: Da es sich um ein sehr stabiles Trampolin handelt, sind wir Menschen viel zu leicht, um eine erhebliche Delle zu erzeugen. Selbst die gesamte Erde ist dafür zu leicht. Aber was, wenn zwei unfassbar schwere Objekte sich treffen?

Zwei Objekte, die so fett (dieser Ausdruck trifft es wohl am besten) sind, dass sie schon alleine das Trampolin fast zum Einbrechen bringen? Die Rede ist natürlich von Schwarzen Löchern! Wenn zwei dieser galaktischen Staubsauger sich treffen, wird das Raumzeit-Trampolin derartig gedehnt, dass es förmlich anfängt zu vibrieren. Diese Vibration ist so stark, dass wir Menschen sie messen können und ihr den schönen Namen Gravitationswellen gaben.

So schwer ist das also gar nicht mit der Schwerkraft! Mit diesem neugewonnenen Wissen können wir nun weiter zufrieden auf dem Trampolin der Raumzeit rumhüpfen!

Mehr astronomische Cartoons von Tim Ruster gibt es auf www.astro-comics.de!


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Astronomietag 2016

Astronomietag 2016

Astronomietag 19.03.2016

Der Astronomietag findet in diesem Jahr am 19. März statt. Deutschlandweit bieten Sternwarten und Planetarien besondere Programme zur Himmelsbeobachtung an.

Was hat der Himmel zu bieten?

Am 19. März bieten sich mindestens 3 besondere Beobachtungsobjekte an: tagsüber die Sonne, ab ca. 15 Uhr der Mond und ab ca. 20 Uhr der Planet Jupiter mit seinen Monden.

Der Mond befindet sich in zunehmender Phase, 4 Tage vor Vollmond. An der Licht-Schatten-Grenze (dem Terminator) treten vor allem Krater sehr plastisch in Erscheinung. In der Gegend gibt es auch einige Rillen auf der Mondoberfläche zu entdecken.

Jupiter wird wie immer ein eindrucksvolles Schauspiel geben. Die Abplattung seiner Pole ist schon in kleinen Instrumenten deutlich zu sehen, wie auch die Streifen in seiner Atmosphäre. In größeren Teleskopen können dann schon einzelne Strukturen in den Streifen zu erkennen sein, und auch der Große Rote Fleck zeigt sich am 19. März.

Jupiter und Monde

Ich werde den Astronomietag an der Sternwarte Sonneberg verbringen. Wir haben für den Nachmittag und Abend ein abwechslungsreiches Programm aus Vorträgen, Kuppelführungen und Beobachtungen geplant. Ab 13 Uhr stehen mehrere Spezialteleskope zur Verfügung, mit denen die Sonne im Weißlicht, im Kalziumspektrum und im h-Alpha-Licht beobachtet werden kann.

Am Abend werden wir mit dem Hoffmeister-Refraktor die Mondoberfläche erforschen und später dann auch den Jupiter und seine Monde "unter die Lupe" nehmen. Außerdem warten zahlreiche weitere Himmelsjuwelen darauf, von uns erkundet zu werden.

Nun muss nur noch das Wetter mitspielen...
Wünsche allerseits einen spannenden und interessanten Astronomietag!
Eure Denise


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Einstein inside in Sonneberg

100 Jahre Allgemeine Relativitätstheorie

Einstein inside in Sonneberg

Zum Astronomiemuseum der Sternwarte Sonneberg

Am Montag, den 1. Februar 2016 wurde in der Sternwarte in Sonneberg die multimediale Wanderausstellung "Einstein inside" eröffnet. Und ich war dabei! :-) Vor 100 Jahren hat Einstein mit seiner Allgemeinen Relativitätstheorie einen ganz neuen Blick auf die Welt eröffnet. Während viele seiner Zeitgenossen noch mit Kopfschütteln und Unverständnis darauf reagierten, haben wir heute einen ganz anderen Zugang dazu.

Das liegt zum Einen an den heutigen technischen Möglichkeiten. Die Teleskope und Messmethoden sind seither viel besser geworden, und Computer unterstützen die Astronomen bei aufwändigen Berechnungen und Simulationen. Somit konnten schon viele relativistische Effekte nachgewiesen und damit Einsteins Theorie bestätigt werden. Zum Anderen kommen wir gar nicht mehr an der Relativitätstherorie vorbei. Jeder Satellit in der Erdumlaufbahn z.B. muss seine Zeitgeber mit der Erde synchronisieren, da die Uhren in bewegten Systemen einfach anders gehen.

In der Ausstellung in Sonneberg könnt ihr ausprobieren, welche Wirkung ein Schwarzes Loch hätte, das vor der Erde vorbeizieht. Keine Angst, die Erde wird nicht verschlungen! Das Schwarze Loch verzerrt nur das Bild, das wir von der Erde sehen, da die Lichtstrahlen teils auf krummen Wegen um das Schwarze Loch herumführen.

Oder wollt ihr wissen, wie sich Gravitationswellen anfühlen? Dann setzt euch mal auf den Gravitationswellen-Simulationsstuhl! Außerdem erfahrt ihr etwas über aktuelle Experimente, um Gravitationswellen tatsächlich messen und ihre Existenz nachweisen zu können. Dafür gibt es einige Messstationen weltweit, die größten Observatorien (LIGO) befinden sich in den USA. Auch in Deutschland (am GEO600-Detektor bei Hannover) können Gravitationswellen gemessen werden. Außerdem ist im letzten November mit LISA Pathfinder sogar ein Satellit zur Gravitationswellenmessung in eine Erdumlaufbahn gegangen. Weitere werden folgen. Ein Tischexperiment mit Lasern und Spiegeln zeigt in der Ausstellung sehr anschaulich, wie diese Messung funktioniert.

Wer also die Effekte der Relativitätstheorie einmal hautnah spüren und erleben möchte, der sollte in der Sternwarte in Sonneberg (Südthüringen) vorbeischauen. Es lohnt sich! Die Ausstellung ist noch bis zum 15. April 2016 zu sehen, dann zieht sie weiter an den nächsten Veranstaltungsort. Mehr dazu gibt es auf dieser Webseite: www.einstein-inside.de

Viel Spaß beim Entdecken wünscht euch
eure Denise


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