SoFi 20. März 2015

Partielle Sonnenfinsternis in Mitteleuropa

Die Sonnenfinsternis am Vormittag des 20. März 2015 war zwar eine Totale SoFi, hier in Deutschland verdeckte der Mond allerdings nur zwischen 65 und 80% der Sonne.

Das Himmelsereignis war trotzdem faszinierend genug und brachte Millionen Menschen dazu, in den Himmel zu schauen. Das Wetter spielte zum Glück auch mit, kein einziges Wölkchen störte das Sehvergnügen.

SoFi 20.3.2015, ich war dabei! :-)

Neben der direkten Beobachtung mit der Sonnenfinsternisbrille auf der Nase gibt es noch weitere Möglichkeiten, eine Sonnenfinsternis mitzuverfolgen. Unten links ist ein Refraktor zu sehen, bei dem mit Hilfe eines Herschelkeils das Sonnenlicht auf eine Projektionsfläche geleitet wird. Das Ergebnis ist ein Abbild der Sonne auf einem Pappkarton.

Das Bild rechts daneben zeigt einen Sonnenprojektor aus Karton, der nach einen ähnlichen Prinzip funktioniert. Das Sonnenlicht wird hier durch eine Linse geleitet, fällt auf einen kleinen Umlenkspiegel und wird durch diesen ins Innere des Projektors gelenkt. Auch hier ist ein (seitenverkehrtes) Abbild der Sonne zu sehen, das man gefahrlos betrachten kann.


Bei der Beobachtung mit Teleskopen wird das Bild der Sonne deutlich vergrößert. So werden auch kleinere Sonnenflecken sichtbar. Außerdem ist zu erkennen, dass der Mondrand gar nicht glatt ist.

Die Mondgebirge werden von hinten beleuchtet und erscheinen als zerklüftete Schatten am Rand des Mondes. Natürlich muss auch das Teleskop mit Sonnenschutzfolie geschützt werden.

Für die Sonnenbeobachtung gibt es Spezialteleskope wie H-alpha-Teleskope und Calzium-Teleskope. Diese verfügen über Spezialfilter, die nur ganz bestimmte Bereiche des Sonnenlichtes durchlassen.

Zu sehen sind damit Oberflächenstrukturen der Sonne wie Flecken (links im Bild), Flares und die Granulation (links im Bild).

Im H-alpha-Teleskop sind am Sonnenrand Protuberanzen zu erkennen (im Bild unten). Im Aussehen sind sie vergleichbar mit Flammen, die aus der Sonne herausschießen und sich relativ schnell in Größe und Form verändern.


Der ansonsten unsichtbare Mond schob sich Stück für Stück vor die Sonne und machte diese zu einer Sichel. Dabei wurde es etwas kühler, und auch das Licht ließ etwas nach.

Gegen 10:46 Uhr war die maximale Bedeckung erreicht, von der Sonne blieb nur noch eine je nach Beobachtungsstandort mehr oder weniger schmale Sichel übrig. Der Mond setzte seinen Weg fort und gab die Sonne nach und nach wieder frei. Bis zur nächsten Sonnenfinsternis in Mitteleuropa müssen wir nun bis 2026 warten. Die nächste Totale Sonnenfinsternis in Deutschland wird es erst 2081 geben.

Drucken