Sternschnuppen

Verfasst von Denise. Veröffentlicht in Sonnensystem

Bestimmt hast du schon einmal draußen gestanden und den prächtigen Sternenhimmel bewundert, als plötzlich und unvermutet eine Leuchtspur am Himmel erschien und gleich darauf wieder verschwand. Sicher schlug dein Herz dann ein bißchen schneller, weil du so überrascht worden bist. Und wahrscheinlich hast du dir auch gleich etwas gewünscht! Denn wer eine Sternschnuppe entdeckt, darf sich für gewöhnlich etwas wünschen.

Hast du dich dabei auch gefragt, wo sie so plötzlich herkam? Und was sie eigentlich ist? Und wohin sie verschwand? War es vielleicht dein geheimer Wunsch, das alles herauszufinden? Nun, dann wird dieser Wunsch gleich in Erfüllung gehen, hier gibt es die Antworten auf all diese Fragen!

Was sind Sternschnuppen (auch Meteore genannt)?

Wenn wir eine Sternschnuppe sehen, beobachten wir im Grunde genommen den Todeskampf eines kleinen Steinchens aus dem Weltall, das in die Lufthülle der Erde geraten ist und dort verglüht..

Das Positive daran: Würde es nicht verbrennen, könnte es uns möglicherweise auf den Kopf fallen, und mit ihm Tausende weitere Steinchen.

Außerdem macht es sich auf diese Weise bemerkbar. Niemand kann in einer Entfernung von 100km ein kleines Steinchen erkennen - es sei denn, es verglüht gerade hell leuchtend vor dunklem Himmel!


Wo kommen Sternschnuppen her?

Der Weltraum zwischen den Planeten ist nicht leer, dort schwirrt eine Menge Staub herum. Die einzelnen Körnchen haben eine Größe von 0,5 bis 5 mm.

Manchmal dringen einige der Staubkörnchen in die Lufthülle der Erde ein und verglühen in einer Höhe von 100 km über unseren Köpfen. Auch wenn sie winzig klein sind, ihre Leuchtspur können wir gut sehen.

An manchen Stellen ist viel Staub versammelt, meist in den Flugbahnen von Kometen. Dort bilden sich richtige Staubbänder.


Weshalb gibt es Staubbänder im Weltall?

Daran haben Kometen einen großen Anteil. Auf ihrem Weg um die Sonne verlieren sie Material, es bröckelt immer mal etwas von ihnen ab.

Manche Kometen lösen sich mit der Zeit sogar ganz auf. Ihre Reste brechen irgendwann in tausende kleine Steinchen und Krümel auseinander. Der Komet ist dann verschwunden, aber seine Überreste halten sich noch lange in seiner ehemaligen Umlaufbahn auf.


Weshalb treten Sternschnuppen an manchen Tagen gehäuft auf?

Wenn die Erde auf ihrem Weg um die Sonne durch ein Staubband fliegt, können wir besonders viele Sternschnuppen beobachten.

Da die Erde bei jeder Umrundung der Sonne den gleichen Weg nimmt, kommt sie also jedes Jahr einmal zur gleichen Zeit durch diese Staubansammlungen, die Kometen hinterlassen haben. So kann man schon vorher wissen, wann es wieder viele Sternschnuppen geben wird.

Allerdings nimmt die Zahl der Sternschnuppen langfristig gesehen immer weiter ab, da dann nicht mehr so viele Staubteilchen vorhanden sind. Zum Einen driften sie von ihrer ursprünglichen Bahn ab, zum Anderen verglühen ja jedes Jahr einige von ihnen. So werden es immer weniger.


Wohin verschwinden die Sternschnuppen?

Staubteilchen und Minimeteore haben eine Größe von wenigen Millimetern und sind oft leichter als ein Gramm. Wenn sie mit der Erde zusammentreffen, bleibt nichts von ihnen übrig, sie verglühen einfach in derAtmosphäre. Nur größere Objekte schaffen es eventuell bis zum Erdboden, ohne vorher zu verbrennen. Das passiert aber recht selten.

Auf dem Bild ist zu sehen, wie sich die Erde nach rechts durch den Weltraum bewegt. Gerät sie unterwegs in eine Wolke aus Meteoren, sammelt sie diese ein. Sie scheinen sich auf die Erde zuzubewegen, geraten in ihre Luftschicht und beginnen zu leuchten. Diese Sternschnuppen sind nach wenigen Sekunden verglüht.


Weshalb kommen sie alle aus einer bestimmten Stelle am Himmel?

Das liegt an der Flugrichtung der Erde. Die Staubteilchen treffen als erstes auf die Stelle der Lufthülle, die vorneweg fliegt.

Sternschnuppenschwärme werden nach dem Sternbild benannt, aus dem sie alle zu kommen scheinen. An den Sternbildnamen wird einfach die Nachsilbe '-iden' angehängt.

So weiß man dann auch, in welche Richtung man schauen muss, wenn man sie entdecken möchte (Beispiele siehe unten in der Tabelle).


Gibt es auch tagsüber Sternschnuppen?

Ja natürlich gibt es die, nur können wir sie dann nicht sehen, weil die Sonne alles überstrahlt.

Die Erde bewegt sich fortwährend durch das All und sammelt unterwegs eine Menge Staub ein, wahrscheinlich mehrere Tonnen täglich!

Wenn davon etwas in der Lufthülle verglüht, können wir die entstandene Leuchtspur nur nachts beobachten.


Wann gibt es die meisten Sternschnuppen?

Im August können wir besonders viele Sternschnuppen sehen! Glücklicherweise haben wir da meist gutes Wetter, sodass die Sicht nach oben frei ist. Außerdem muss in einer Augustnacht niemand frieren.. Die beste Beobachtungszeit ist zwischen dem 10. und 12. August von 22 Uhr bis 4 Uhr.

Wer einen Liegestuhl zur Hand hat, ist bestens gerüstet. Nun noch Richtung Sternbild Perseus schauen und drumherum schauen und - oh Wunder! - sie kommen! Bestimmt werdet ihr mehr als zehn Sternschnuppen entdecken!

Sie scheinen alle aus dem Sternbild Perseus zu kommen, darum heißen sie auch Perseiden. Manchmal erscheinen sogar bis zu 100 in einer Stunde! Wahrscheinlich sind es Reste des Kometen 109P/Swift-Tuttle, dessen Bahn die Erde im August kreuzt. Volkstümlich werden sie auch Laurentiustränen genannt.


Warum heißen Sternschnuppen Sternschnuppen?

'Sternschnuppe' klingt, als wäre ein Stückchen von einem Stern abgebrochen und würde herunterfallen. Vielleicht dachte man früher auch, dass es so wäre. Mit Sternen haben die Sternschnuppen aber nichts zu tun. Sie sind verglühende Mini-Meteore.

Meteoroide heißen die Staubteilchen und Steinbröckchen, die im Weltall herumschwirren. Sie entstehen, wenn irgendwo etwas zusammenstößt, zum Beispiel zwei Asteroiden.

Oder es schlägt ein Komet oder ein großer Meteorit auf einem Mond, Planeten oder Asteroiden ein. Dann entstehen viele Bruchstücke, die ins Weltall gewirbelt werden.

Dringen Meteoroide in die Lufthülle der Erde ein, werden sie Meteore oder Sternschnuppen genannt. Schlagen sie auf dem Boden auf, werden sie zu Meteoriten.


Hier einige wiederkehrende Sternschnuppenschwärme:

Name? Wann? Woher? Wann die Meisten? Wieviele pro Stunde?
Quadrantiden 1.1.-6.1. Bärenhüter 3. Januar 100
Virginiden 1.3.-10.5. Jungfrau 10. April 20
Lyriden 16.4.-24.4. Leier 22. April 20
Eta-Aquariden 29.4.-21.5. Wassermann 6. Mai 50
Delta-Aquariden 12.7.-19.8. Wassermann 3. August 30
Perseiden 20.7.-19.8. Perseus 11. August 110
Orioniden 11.10.-30.10. Orion 19. Oktober 30
Leoniden 14.11.-20.11. Löwe 18. November unterschiedlich
Geminiden 5.12.-19.12. Zwillinge 12. Dezember 100

Das hier ist nur eine Auswahl der stärksten Sternschnuppenvorkommen. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl weiterer, die jedes Jahr um die gleiche Zeit auftauchen. Theoretisch kann man jederzeit zufällig eine Sternschnuppe entdecken. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist aber an den oben genannten Tagen und Zeiträumen einfach höher. Nun kannst du auf Sternschnuppenjagd gehen und bist hoffentlich erfolgreich.

Tags: Sonnensystem

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