Astronomischer Jahresrückblick auf 2016

Auf dieser Seite findet ihr einige wichtige Ereignisse des vergangenen Jahres aus den Bereichen Astronomie und Raumfahrt. Es war ein ereignisreiches Jahr, darum sind hier nur einige Highlights herausgestellt. Wer wissen möchte, was sonst noch alles geschah, der möge sich beispielsweise im Archiv von astronews.com umschauen.

Januar

17.01.2016

Start des Meeresaltimetrie-Satelliten Jason-3

Mit Jason-3 soll der Fortbestand der einzigartigen Klimadatenaufzeichnungen des mittleren Meeresspiegels sichergestellt werden, die mit Topex-Poseidon im Jahr 1992 ihren Anfang nahmen und dann von Jason-1 und Jason-2 fortgesetzt wurden. Weiterhin werden die Jason-3-Messungen der Meereswellen und der Oberflächentopographie der Ozeane wichtige Daten für numerische Vorhersagen des Seegangs und der Meeresströmungen sowie für andere Anwendungen in den Bereichen Meteorologie und operationelle Ozeanographie liefern. Die Messungen von Jason-3 werden zudem in numerische Vorhersagemodelle eingespeist, die Atmosphären- und Ozeandaten für jahreszeitliche Vorhersagen verknüpfen.

Quelle: astronews.com


22.01.2016

LISA Pathfinder erreicht Lagrangepunkt L1

Die Sonde LISA Pathfinder war am 3. Dezember 2015 ins All gestartet und hatte ihr Ziel – den Lagrange-Punkt L1 rund 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt in Richtung Sonne – am 22. Januar 2016 erreicht.

Am 16. Februar 2016 wurden die beiden Testmassen von LISA Pathfinder – zwei identische 46 mm große Würfel aus einer Gold-Platin-Legierung – von ihren Haltemechanismen freigegeben und schweben nun frei innerhalb des Satelliten. Ein Laserinterferometer vermisst den Abstand zwischen den Massen mit höchster Präzision.

LISA Pathfinder ist Wegbereiter für eLISA, ein großes Weltraumobservatorium, das eines der am schwersten fassbaren astronomischen Phänomene direkt beobachten soll - Gravitationswellen. eLISA wird voraussichtlich 2030 starten.

Quelle: astronews.com


29.01.2016

Start des ersten Laserknotens von EDRS-A ins All

Es ist der Startschuss für Europas neue Datenautobahn im All: An Bord einer Proton-Rakete ist am 29. Januar 2016 mit EDRS-A der erste Laserknoten des Europäischen Datenrelais-Systems EDRS an Bord des Kommunikationssatelliten Eutelsat 9B vom Raumfahrtzentrum Baikonur in Kasachstan ins All aufgebrochen - auf dem Weg in den geostationären Orbit.

Die finale Position des Satelliten liegt in 36.000 Kilometern Höhe über dem Äquator auf 9 Grad östlicher Länge - das entspricht in etwa dem Längengrad von Stuttgart.

Das European Data Relay Satellite System (EDRS) gilt als Meilenstein in der Telekommunikation. Als sogenannte Private-Public-Partnership (PPP) zwischen der europäischen Weltraumorganisation ESA und Airbus Defence and Space soll es Datenvolumen von bis zu 1,8 Gigabit pro Sekunde mit einem minimalen Zeitverzug vom All auf die Erde transportieren.

Quelle: astronews.com


Februar

11.02.2016

Bekanntgabe der Entdeckung von Gravitationswellen

Mithilfe des Gravitationswellendetektors LIGO in den USA ist es erstmals gelungen, Kräuselungen der Raumzeit, sogenannte Gravitationswellen, zu beobachten, die - ausgelöst durch die Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher in rund 1,3 Milliarden Lichtjahren Entfernung - die Erde erreichten. Diese Beobachtung bestätigt eine wichtige Vorhersage der von Albert Einstein im Jahr 1915 formulierten Allgemeinen Relativitätstheorie. Sie öffnet gleichzeitig ein vollkommen neues Fenster zum Kosmos.

Die LIGO Scientific Collaboration (LSC) besteht aus mehr als 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Universitäten in den USA und in 14 weiteren Ländern. Mehr als 90 Universitäten und Forschungseinrichtungen in der LSC entwickeln Detektor-Technologien und analysieren die Daten; rund 250 Studierende tragen als wichtige Mitglieder zur Kollaboration bei. Das Detektornetzwerk der LSC umfasst die LIGO-Interferometer in den USA und den GEO600-Detektor in Deutschland.

Bekannt gegeben wurde die Entdeckung bzw. Bestätigung der Existenz von Gravitationswellen am 11. Februar 2016.

Quelle: astronews.com


16.02.2016

Start des Erdbeobachtungs-Satelliten Sentinel-3A

Sentinel-3A, der Hightech-Ozeanwächter im All, wird aus seinem Orbit in 815 Kilometern Höhe die Meere beobachten und so Ozeanvorhersagen sowie Umwelt- und Klimaüberwachung unterstützen. Denn neben der Meeresbeobachtung hat Sentinel-3A die Aufgabe, die globalen Landoberflächen in zeitlich hoher Frequenz zu beobachten. So können die Vegetation überwacht, Waldbrände und andere Feuer aufgespürt und Frühwarnsysteme wie etwa gegen illegale Tropenwaldabholzung betrieben werden.

Quelle: astronews.com


22.02.2016

Würzburg hat wieder eine Uni-Sternwarte

Nachdem die Universität Würzburg ihre alte Sternwarte im Stadtteil Keesburg in den 1990er Jahren aufgegeben hatte, übernahm nun eine Schulsternwarte im nahegelegenen Hettstadt diese Funktion: Die dortige Einrichtung wurde offiziell zur Universitätssternwarte und wird um ein Radioteleskop erweitert. Schon länger führt man dort auch wissenschaftliche Beobachtungen durch.

Gebaut wurde die Sternwarte 2008/2009 mit Unterstützung der Gemeinde Hettstadt durch den Verein Naturwissenschaftliches Labor für Schüler am FKG e.V., der am Friedrich-Koenig-Gymnasium (FKG) in Würzburg verwurzelt ist. Ziel des Experimental- und Forschungslabors ist es, naturwissenschaftlich und technisch interessierte Schüler zu fördern. Sie können an der Hans-Haffner-Sternwarte selbstständig beobachten und astronomische Messungen durchführen.

Quelle: astronews.com


März

05.03.2016

Asteroid 2013 TX68 passiert die Erde

Am 5. März 2016 passierte der kleine, etwa 30 Meter durchmessende Asteroid 2013 TX68 die Erde. Seine Bahn ist nicht präzise genug bekannt, um den geringsten Abstand des Brockens während seines Vorüberflugs zu berechnen - er liegt zwischen 14 Millionen und 17.000 Kilometern. Am 28. September 2017 besteht sogar noch die geringe Möglichkeit einer Kollision.

Quelle: astronews.com


06.03.2016

Feuerkugel in Bayern und Oberösterreich beobachtet

In Oberösterreich und Bayern beobachteten aufmerksame Bürger am 6. März 2016 ein auffälliges Lichtschauspiel am Abendhimmel – Medien berichteten von einer Feuerkugel, die von einem in der Erdatmosphäre teilweise verglühenden Meteoriten verursacht worden war. Inzwischen sind Bruchstücke dieses Meteoriten gefunden und von Wissenschaftlern vom Institut für Planetologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster untersucht und klassifiziert worden. Das Fazit der Wissenschaftler: Bei dem Stück handelt es sich um einen gewöhnlichen metallarmen Steinmeteoriten, der in Fachkreisen der LL Chondritenklasse zugeordnet wird.

Quelle: astronews.com


14.03.2016

Start der europäischen Marsmission ExoMars

Am 14. März 2016 um 10.31 Uhr MEZ ist die ExoMars 2016-Mission der europäischen Weltraumagentur ESA und der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos vom russischen Kosmodrom Baikonur zu unserem Nachbarplaneten Mars aufgebrochen. An Bord der Proton-Rakete waren der Trace Gas Orbiter (TGO) und der Landedemonstrator Schiaparelli (Entry, descent and landing Demonstrator Module EDM) untergebracht, die sich knapp elf Stunden nach dem Start von der Rakete getrennt und Kurs in Richtung Mars eingeschlagen haben.

Quelle: astronews.com


April

08.04.2016

Start des aufblasbaren Moduls BEAM zur ISS

Das Bigelow Expandable Activity Module (BEAM) wurde im April 2016 an Bord eines Dragon-Raumfrachters zur Internationalen Raumstation ISS gebracht. Für den Transport war das Modul zusammengefaltet und nahm damit deutlich weniger Raum ein, als ein herkömmliches Modul der Raumstation aus Metall. An die ISS montiert, wird es dann mit Luft gefüllt und dadurch entfaltet. Manche sprechen daher auch von einem "aufblasbaren" ISS-Modul.

Quelle: astronews.com


25.04.2016

Start des franz. Satelliten MICROSCOPE

MICROSCOPE ist eine der wichtigsten Satellitenmissionen zur Untersuchung der fundamentalen physikalischen Naturgesetze. Ziel dieses etwa zwei Jahre dauernden Projekts ist die experimentelle Überprüfung des Äquivalenzprinzips, welches besagt, dass auf der Erde alle Körper im Vakuum gleich schnell fallen, unabhängig davon aus welchen Materialien diese bestehen – vorausgesetzt, alle Störkräfte, wie etwa magnetische Kräfte, sind ausgeschaltet.

Quelle: astronews.com


27.04.2016

Asteroid 2016 HO3 als Quasi-Satellit der Erde entdeckt

2016 HO3 ist ein Asteroid, der am 27. April 2016 durch das bodengebundene Großteleskop Pan-STARRS 1 entdeckt wurde.

2016 HO3 bewegt sich, anders als der Mond, nicht um die Erde, sondern kreist wie die Erde um die Sonne. Dabei ist er für die Hälfte der Zeit der Sonne etwas näher und überholt somit die Erde. Die andere Hälfte der Umlaufbahn ist er jedoch weiter von der Sonne entfernt, so dass er wieder zurückfällt.

Sein Orbit ist etwas zur Bahnebene der Erde um die Sonne geneigt, so dass er zwei Mal pro Jahr die Bahnebene der Erde durchläuft. Durch diese Bahn bleibt er immer in der Nähe unseres Planeten. Er ist damit zwar kein wirklicher Mond unseres Heimatplaneten, aber der bislang beständigste Quasi-Satellit der Erde. Er dürfte uns noch viele Jahrhunderte begleiten.

Quelle: astronews.com


Mai

09.05.2016

Merkurtransit 2016

Transite des sonnennächsten Planeten Merkur sind nicht so selten wie die Venustransite, die über einen Zeitraum von 248 Jahren nur vier Mal zu beobachten sind. Doch wirklich häufig lässt sich das Vorüberziehen des kleinen Merkur vor der Sonnenscheibe auch nicht beobachten - im Schnitt etwa 13 bis 14 Mal pro Jahrhundert. Zwar umrundet Merkur die Sonne alle 88 Tage, doch ist seine Bahn zur Ebene der Orbits der anderen Planeten geneigt, so dass er nur selten genau zwischen Sonne und Erde gerät.

Mit bloßem Auge ist der winzige Punkt des Merkur nicht zu erkennen. Um den Transit zu verfolgen, benötigt man ein Fernglas oder ein Teleskop. Beide müssen mit einem geeigneten Sonnenfilter ausgerüstet sein.

Am 9. Mai 2016 war es wieder soweit: Um 13.12 Uhr MESZ tritt der Planet vor die Sonnenscheibe und wird als winziger schwarzer Punkt sichtbar. Um 16.56 Uhr MESZ hat Merkur dann den geringsten Abstand vom Zentrum der Sonnenscheibe erreicht, gegen 20.40 Uhr MESZ ist der Transit vorüber - an manchen Orten ist die Sonne da schon hinter dem Horizont verschwunden.

Quelle: astronews.com


10.05.2016

Kepler-Mission gibt 1284 neue Exoplaneten bekannt

Die Zahl der bekannten extrasolaren Planeten ist mit einen Schlag um 1.284 Planeten gewachsen. Auf einer Pressekonferenz stellten Astronomen der Kepler-Mission am 10. Mai 2016 diese neuen Welten vor. Die Anzahl der von dem Weltraumteleskop entdeckten Planeten hat sich damit mehr als verdoppelt.

Das Weltraumteleskop Kepler setzt bei der Suche nach Planeten auf die sogenannte Transitmethode: Während seiner Primärmission hatte Kepler dazu mehr als vier Jahre lang über 150.000 Sterne anvisiert und nach Transits von Planeten gesucht. Bei einem Transit, also dem Vorüberziehen eines Planeten vor seinem Stern, sollte sich die Helligkeit einer fernen Sonne kurzzeitig auf charakteristische Weise verringern.

Quelle: astronews.com


16.05.2016

ISS umkreist die Erde zum 100.000ten Mal

Die ersten Module der Internationalen Raumstation ISS wurden 1998 gestartet und seitdem ist die ISS zu einem stattlichen Außenposten der Menschheit im Erdorbit herangewachsen. Am 16. Mai 2016 wurde ein bedeutender Meilenstein erreicht: Die Station schloss die 100.000 Umrundung der Erde ab. Für eine Umrundung benötigt sie etwa 90 Minuten.

Quelle: astronews.com


Juni

22.06.2016

Start des Kleinsatelliten BIROS

Am 22. Juni 2016 um 5.55 Uhr MESZ startete der Kleinsatellit BIROS (Bi-Spektral Infrared Optical System) vom indischen Weltraumbahnhof Satish Dhawan Space Centre an Bord einer PSLV-Trägerrakete erfolgreich ins All. Der Satellit des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird nun in 515 Kilometern Höhe Hochtemperaturereignisse auf der Erde aufspüren.

Dabei wird der kühlschrankgroße Kleinsatellit aber nicht allein arbeiten. Bereits seit Juli 2012 befindet sich sein Brudersatellit TET-1 (Technologie-Erprobungsträger) im Orbit und hält Ausschau nach Waldbränden. Gemeinsam bilden die beiden Satelliten die Mission FireBIRD (Fire Bispectral InfraRed Detector) - eine Mission zur Feuerfernerkundung. Neben Waldbränden sollen auch vulkanische Aktivitäten, Gasfackeln oder Industrie-Hotspots beobachtet und dokumentiert werden.

Quelle: astronews.com


Juli

04.07.2016

Ankunft von Juno im Jupitersystem

Die Raumsonde Juno schwenkte planmäßig am 4. Juli 2016 in eine Umlaufbahn um den Gasriesen Jupiter ein. Juno wurde am 5. August 2011 gestartet und soll den größten Planeten des Sonnensystems insgesamt 33 Mal auf einer polaren Umlaufbahn umrunden. Die Sonde wird sich dabei der Wolkendecke des Gasriesen alle zwei Wochen auf bis zu 5.000 Kilometer nähern. Dabei wird Juno auch durch die Wolkendecke blicken und die Polarlichter des Planeten studieren.

Von Juno erhoffen sich die Astronomen neue Informationen über Jupiter, insbesondere über seine Atmosphäre, seinen inneren Aufbau und sein Magnetfeld. Ein Ziel ist es beispielsweise herauszufinden, ob der Gasriese in seinem Zentrum tatsächlich über einen festen Kern verfügt. Dies würde dann auch wichtige Hinweise auf die Entstehungsgeschichte des Planeten liefern, was auch Einblicke in die Frühphase der Entstehung des Sonnensystems und der anderen Planeten erlauben würde.

Quelle: astronews.com


12.07.2016

Bekanntgabe der Entdeckung des Objekts 2015 RR245 jenseits von Neptun

Ein internationales Astronomenteam hat mithilfe des Canada-France-Hawaii Telescope auf Hawaii ein neues Objekt jenseits von Neptun aufgespürt, das sich auf einer äußerst weiten Bahn um die Sonne bewegt. Der 2015 RR245 genannte Brocken dürfte einen Durchmesser von rund 700 Kilometern haben. Entdeckt wurde er im Rahmen des Outer Solar System Origins Survey.

2015 RR245 umrundet die Sonne in rund 700 Jahren. Es entfernt sich auf seiner vergleichsweise elliptischen Bahn mehr als 120 Astronomische Einheiten von der Sonne und nähert sich unserem Zentralstern auf bis zu fünf Milliarden Kilometer (entsprechend etwa 34 Astronomischen Einheiten) an. Den sonnennächsten Punkt der Bahn wird 2015 RR245 um das Jahr 2096 erreicht haben.

Quelle: astronews.com


September

01.09.2016

Explosion einer SpaceX Rakete

Bei einem Routinetest auf dem US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral ist eine Falcon-9-Rakete des Raumfahrtunternehmens SpaceX explodiert. Bei der Explosion wurde nach Angaben von SpaceX niemand verletzt. Es hat sich - wie bei der Vorbereitung von Raketentests üblich - niemand auf dem Gelände aufgehalten. Die Falcon-9-Rakete und deren Ladung sind zerstört worden.

Quelle: tagesschau.de


02.09.2016

Kometenlander Philae auf dem Kometen gefunden

Der Kometenlander Philae ist gefunden. Am 2. September 2016 nahm die OSIRIS-Kamera auf der Raumsonde Rosetta die entscheidenden Bilder von der Oberfläche des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko auf. Sie zeigen den Lander schräg in einer Schlucht liegend, zwei der drei Landebeine deutlich sichtbar.

Schon zuvor war Philae oberhalb eines Kraterrandes direkt auf dem Kopf des entenförmigen Kometen vermutet worden. Doch bisherige Bilder zeigten nur einzelne Pixel, die auf Philae hindeuten konnten. Die aktuellen Bilder wurden mit einer größeren Auflösung von fünf Zentimetern pro Pixel in geringerem Abstand von nur 2,7 Kilometern zum jetzt weniger aktiven Kometen aufgenommen und zeigen nun eindeutig den mit einem Meter Durchmesser sehr kleinen Philae.

Quelle: astronews.com


08.09.2016

Start von OSIRIS-REx zum Asteroiden Bennu

Die Sonde OSIRIS-REx der NASA ist am 8. September 2016 erfolgreich zum Asteroiden Bennu gestartet. Die Sonde hob an Bord einer Trägerrakete vom Typ Atlas V ab. OSIRIS-REx soll Bennu im Jahr 2018 erreichen und rund zwei Jahre später eine Probe des Asteroiden nehmen. Diese wird dann im September 2023 für detaillierte Untersuchungen auf der Erde erwartet.

2018 wird sich OSIRIS-REx Bennu nähern und mit einer gründlichen Kartierung und Erfassung des Asteroiden beginnen. So soll auch die für 2020 geplante Entnahme einer Bodenprobe vorbereitet werden. Dabei hofft man mindestens 60 Gramm Oberflächenmaterial vom Asteroiden aufnehmen zu können. OSIRIS-REx wird diese Probe dann zur Erde zurückbringen.

Quelle: astronews.com


14.09.2016

Erster Datarelease von GAIA veröffentlicht

Die ESA hat die ersten Daten ihrer Astrometriemission Gaia veröffentlicht. Die Angaben zu Position und Eigenbewegung von mehr als zwei Millionen Sternen waren von Astronomen mit Spannung erwartet worden. Die Veröffentlichung ist allerdings nur ein Vorgeschmack auf die zweite, deutlich umfangreichere Datenveröffentlichung. Die neuen Messungen ermöglichen es, die Milchstraße in unbekannter Detailtiefe und Präzision zu erforschen

Im Jahr 2000 war Gaia als eine der Hauptmissionen der ESA ausgewählt worden, nach 13 Jahren Entwicklung und Konstruktion startete die Mission 2013 von Französisch-Guayana. Nach einer Reise von 1,5 Millionen Kilometern begannen die Messungen 2014. Dabei wurde eine Methode zur Himmelsabtastung eingesetzt, durch die die Gesamtfläche der Beobachtungen maximieren werden konnte.

Bis heute hat Gaia auf diese Weise mehrere hundert Millionen Sterne erfassen können. Die von Gaia mitgeführten Instrumente ermöglichen astrometrische, photometrische und spektroskopische Messungen.

Quelle: astronews.com


19.09.2016

Absturz von Schiaparelli auf dem Mars

Seit dem 14. März 2016 flogen der Trace Gas Orbiter (TGO) und der Lander Schiaparelli für die ESA-Mission ExoMars gemeinsam in Richtung Mars - am 16. Oktober 2016, begann für den Lander der ereignisreiche Weg zur Marsoberfläche, während der Orbiter in eine Umlaufbahn um den Mars gesteuert wird. Drei Tage später, am 19. Oktober 2016, trat der Lander dann in die Marsatmosphäre eintreten - mit einer Geschwindigkeit von 21.000 Kilometern in der Stunde.

Ab etwa 50 Sekunden vor der erwarteten Landung allerdings konnten plötzlich weder mit einem Radioteleskop auf der Erde, noch mit der ESA-Sonde Mars Express Signale mehr empfangen werden. Später zeigten Fotos an der mutmaßlichen Landestelle einen schwarzen Fleck, der den Absturz des Landers nahelegt.

Quelle: astronews.com


30.09.2016

Kometensonde Rosetta schlägt auf Komet Tschuri auf

Wie von der ESA geplant, schlug die Sonde am 30. September 2016 auf dem Kometen 67P Tschurjumov/Gerasimenko auf, den sie zuvor über zwei Jahre lang untersucht hatte. Rosetta lieferte bis unmittelbar vor dem Aufschlag Daten. Zwar ist die Betriebsphase der Mission nun beendet, die Datenauswertung wird die Wissenschaftler aber noch Jahre beschäftigen.

Rosetta hat seit ihrem Start 2004 sechsmal die Sonne umrundet und ist auf ihrer fast acht Milliarden Kilometer langen Reise dreimal an der Erde, einmal am Mars und zweimal an Asteroiden vorbeigeflogen. Während der sonnenfernsten Etappe wurde sie 31 Monate lang in einen Winterschlaf-Modus versetzt, bevor sie im Januar 2014 wieder geweckt wurde, um im August darauf endlich an ihrem Kometen anzukommen.

Nachdem Rosetta als erste Sonde in eine Umlaufbahn um einen Kometen eingebracht worden war und im November 2014 mit dem Aufsetzen des Landegeräts Philae eine weitere Premiere vollbracht hatte, widmete sie sich der Beobachtung der Veränderungen des Kometen, während dieser seinen sonnennächsten Punkt erreichte und sich anschließend wieder von der Sonne entfernte.

Quelle: astronews.com


Dezember

09.12.2016

Entdeckung des massereichsten Doppel-Neutronenstern-Systems

Dank der Rechenleistung zahlreicher Heimcomputer, die durch das Projekt Einstein@Home zusammengeschlossen sind, ist es nun gelungen, das bisher massereichste Doppelneutronensternsystem aufzuspüren. Ausgewertet wurden dazu Daten des Arecibo-Radioteleskops. Der Fund eignet sich ideal zum Test von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie.

Etwa 25.000 Lichtjahre von der Erde entfernt kreisen zwei tote Sterne umeinander. Auf einem Durchmesser von lediglich 20 Kilometern vereint jeder von ihnen mehr Masse als unsere Sonne und sie benötigen nur fünf Stunden für eine Umkreisung.

Quelle: astronews.com


19.12.2016

Pan-STARRS veröffentlicht größte digitale Himmelsdurchmusterung

Das Pan-STARRS-Projekt, an dem auch Astronomen an den Max-Planck-Instituten für Astronomie in Heidelberg und für extraterrestrische Physik in Garching beteiligt sind, hat am Montag die weltweit größte digitale Himmelsdurchmusterung veröffentlicht. Der Katalog basiert auf Beobachtungsdaten, die über vier Jahre gesammelt wurden, umfasst mehr als drei Viertel des Nachthimmels und liefert umfangreiche Informationen über mehr als drei Milliarden Sterne, Galaxien und andere Quellen.

Im Mai 2010 startete das erste Panoramic Survey Telescope & Rapid Response System, kurz: das Pan-STARRS, ein 1,8-Meter-Teleskop auf dem Gipfel des Haleakalā auf der Hawaii-Insel Maui, eine digitale Himmelsdurchmusterung im sichtbaren und Nah-Infrarotlicht. Dies war die erste Beobachtungskampagne mit dem Ziel, den Himmel sehr schnell wiederholt zu beobachten und so nach sich bewegenden oder sich verändernden Objekten zu suchen. Dazu zählen auch Asteroiden, die möglicherweise die Erde bedrohen könnten. Die Himmelsdurchmusterung nahm etwa vier Jahre in Anspruch, und tastete den Himmel zwölf Mal in fünf Filtern ab.

Quelle: astronews.com


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