Treibhauseffekt Mini

Wir werden hier ein Experiment machen, bei dem wir die Aufheizung der Atmosphäre nachstellen. Natürlich kann man das nicht 1 zu 1 auf die komplizierten Vorgänge in der Erdatmosphäre übertragen, aber man kann schon mit einfachen Mitteln erkennen, was ein Treibhauseffekt bewirkt.

Benötigte Materialien:

  • Ein Glas
  • Ein Stück Folie und einen Gummi
  • Zwei kleine gleiche Teller
  • Zwei gleich große Eisstücke
  • Eine sonnige Stelle auf einem Tisch
  • Etwa 20 Minuten Zeit

Schritt 1: Versuchsaufbau

Stelle die beiden Teller nebeneinander. Ein Eisstück kommt in das Glas. Verschließe das Glas mit Folie und Gummi. Das Glas kommt auf einen Teller. Das 2. Eisstück kommt auf den anderen Teller.

Tipp: Hole die beiden Eisstücke erst aus dem Gefrierfach des Kühlschranks, wenn alles andere schon bereit steht, sie schmelzen sonst zu früh weg!

Die Teller sind die Unterlage und sollten gleich sein, damit die Eisstücke unter gleichen Bedingungen schmelzen. Auch der Lichteinfall sollte gleich sein. Pass auf, dass kein Eisstück im Schatten liegt!

Schritt 2: Beobachten und Abwarten


So sieht nun also unser Mini-Treibhaus aus! Die Glasöffnung wird mit Folie und dem Gummi luftdicht verschlossen.

Auf Venus wäre das dann vergleichbar mit der dichten Wolkendecke.

Nun beobachte, was passiert! Gib einen Tipp ab - welches Eisstück wird als erstes komplett geschmolzen sein?

Du kannst dir sicher schon denken, was nun passiert: Die Eisstücke verwandeln sich nach und nach in kleine Pfützen...

Doch welches ist schneller? Das lässt sich erstmal schlecht sagen. Wir müssen also weiter beobachten.

Schritt 3: Auswertung und Fazit

Nach etwa 10-20 Minuten ist es soweit - der Sieger steht fest!

Tipp: Je dunkler der Teller, desto schneller geht es!

Auf dem offenen Teller ist noch etwas Eis übrig, und in unserem Mini-Treibhaus gibt es kein Eis mehr!

Warum ist das Eis hier schneller geschmolzen??

Das Sonnenlicht kann durch das Glas in das Treibhaus eindringen und bringt mit seiner Energie das Eis zum Schmelzen. Die Lichtenergie wird dabei in Wärmeenergie umgewandelt. Diese aber kann durch das Glas nicht wieder hinaus. Die warme Luft muss drin bleiben und wirkt nun zusätzlich auf das Eis ein.

So ähnlich wie die Folie auf dem Glas wirkt die dichte Wolkendecke auf Venus. Sie lässt zwar das Sonnenlicht zum Teil durch, aber die Wärme, die auf der Venus nicht nur durch die Sonneneinstrahlung, sondern auch durch Vulkanausbrüche entsteht, wird nicht hinausgelassen.

So kommt es auch, dass überall auf Venus nahezu die gleiche hohe Temperatur von ca. 460° Celsius herrscht. Dort gibt es keine Jahreszeiten wie Sommer und Winter. Und auch in der Nacht gibt es keine Abkühlung. Verstärkt wird der Treibhauseffekt noch durch bestimmte Bestandteile der Luft wie Kohlendioxid. Dieses Gas kann Wärme sehr gut speichern. Und die Atmosphäre der Venus besteht immerhin zu 97% aus Kohlendioxid!

Auf Venus ist es sogar heißer als auf dem sonnennächsten Planeten Merkur! Das kommt vom Treibhauseffekt. Und diese hohen Temperaturen sind nicht günstig für Leben. Leider konnte sich auf Venus keines herausbilden.

Hier auf der Erde müssen wir aufpassen, dass wir Menschen den Treibhauseffekt durch Abgase und Ähnliches nicht weiter verstärken, denn das wäre nicht gut für uns.

Tags: Mach mit, Experiment

Drucken